4/26/2012

A Story about Handicraft / (Kunst-) Handwerk

Channel your inner artist - wear a beret ;) / Erwecke den Künstler in dir - Trage eine Baskenmütze ^^
 .
When people enter our house the first thing they might see is a huge ugly painting of two women. It is hanging between two candle holders on the wall (and referred to from my husband occasionally as The “Stereo Radio Women” Picture). 
Wenn Leute unsere Wohnung betreten, sehen sie auf den ersten Blick ein großes unförmiges Bild, das zwei recht abstrakte Frauen darstellt. Es hängt zwischen zwei Kerzenhaltern an der Wand (und mein Mann spricht mitunter über das „Stereo Radio Frauen“ Bild.) 
 .
.
I painted it last spring in three months, after thinking about painting it for at least six months. It is a kind of Madhubani (or Mithila) painting. 
 .
 
.
This style of Indian painting came from the Mithila region in Bihar and was traditionally painted by women on the freshly plastered mud walls of their huts. Later the men took it further as artists, painting religious scenes on cloth, paper and canvas. 
Common motives were the daily village life, animals and images of religious scenes for different purposes like weddings, festivals, prayers etc. 
My women figures are not typical Madhubani, because most Madhubanis are depicted in Profile looking to one side, so that the extra huge eye(s) and nose become visible features, while here the eyes are bigger, but still fit into the usual face cut. 
 .
I did not create the different patterns and images in this picture, instead I used pictures, which I found online to puzzle it into my painting together. Therefore I don’t refer to it as my painting; instead it is my work of handicraft. 
But I do feel quite at ease with the idea of following in a tradition of women painters and in future my own designs will hopefully play a larger role. 
 .
.
I found the “two women” picture in the “Madhubani Designs and traces for you” Section of the IndusLadies Forum. It was meant to be a pattern for a painting on glass. The animals are inspired from a work of the artist “arty-zen” from Singapore, she was featured in this post: Link.
Of course my colors are quite different to that from all Madhubanis, which are mostly shown in all colors of the rainbow.
 .
 .
So, here I’m coming to my second inspiration… mud painted pottery - also a work of women - from the southwest of Northern America (as seen in the annual magazine of the Indian Market in Santa Fé): 
When I found a picture of a vessel showing a very similar bird on a flower - image, as seen in the two women with bird scene, too; I was thrilled and persuaded that I should reduce my painting to mud color style, which is perhaps a return to the original Madhubanis painted on the mud walls as well.
Therefore my only colors are beige, tan, burnt umber, white, grey and black. They are acrylics, not because I’m a big fan of it… but because they are convenient, fast drying and not smelling too bad (like f.e. oil). Eventually I would love to learn, how to mix my own colors together using only natural ingredients.

Im letzten Frühjahr malte ich für ca. 3 Monate an diesem Bild, nachdem ich bereits sechs Monate darüber nachgedacht und es geplant hatte. Das Bild ist der indischen Madhubani (oder Mithila) Kunstrichtung nachempfunden. 
Diese Kunstart stammt aus der Mithila Region im Staat Bihar und wurde traditionell von den Frauen der Familien auf die frisch-verpflasterten Wände ihrer Lehmhütten gemalt. Später wurde es zur Kunstform (dann zumeist mit männlichen Künstlern) und in der Madhubani Form entstanden religiöse Darstellungen auf Stoff und Papier. Auch heutzutage stellen die meisten Motive entweder den (teilweise vergangenen) Dorfalltag sowie religiöse Geschichten, Götter usw. dar. 
Meine Frauen sind keine typischen Madhubani, da sie nicht im Profil dargestellt sind. Normalerweise werden Gesichter mit einem übergroßen Auge und einer ebenso großen Nase dargestellt, um das Auge im Gesicht unterzubringen. In meinem Bild sind die Augen zwar ebenfalls übergroß, aber sie passen dennoch in ein „übliches“ Gesicht.
Ich entwarf die unterschiedlichen Muster und Bilder nicht selbst, sondern suchte mir passende Bilder aus dem Internet zusammen. Deswegen bezeichne ich es auch nicht als meine Kunst, sondern eher als Kunsthandwerk. Doch ich finde es gut damit einer Tradition von Künstlerinnen zu folgen. Sobald ich das Gefühl habe Madhubani zu verstehen, werde ich sicher auch eigene Motive und Design einbringen.
Das “zwei Frauen” Bild fand ich in der “Madhubani Designs und Zeichnungen für dich/sie“ Diskussion des IndusLadies Forum. Es war als Skizze für ein Glasbild gedacht. Die Tiere sind eine Arbeit der Künstlerin „arty-zen“ aus Singapur, ihre Arbeit wurde hier vorgestellt: Link

Doch natürlich sind meine Farben anders als in allen anderen Madhubanis, die zumeist sehr farbig gestaltet sind. Und so komme ich zu meiner zweiten Inspiration ... mit Tonfarben bemalte irdene Töpfe - ebenfalls eine Arbeit der Frauen - aus dem Südwesten der USA (wie man sie z.B. in dem jährlichen Magazin des „Indian Market“ in Santa Fé bewundern kann): Als ich ein Bild fand, das einen Vogel samt Blume darstellte, welches mich sehr an die „Zwei Frauen mit Vogel“ Darstellung erinnerte, kam mir die Idee, meine Farben ebenfalls auf „Lehmtöne“ zu reduzieren.
Das war möglichweise sogar eine Rückkehr zu ursprünglichen Madhubani Traditionen, zumindest solange die Darstellungen noch auf Lehmwände gemalt wurden. 

Daher malte ich nur in beige, hellbraun, dunkelbraun, weiß, grau und schwarz. 
Ich malte mit Acrylfarben, nicht weil ich sie so leiden kann, sondern da sie einfach zu handhaben sind, schnell trocknen (wichtig im Haushalt ohne katzensichere Abstellflächen) und nicht so streng riechen, wie z.B. Öl. Irgendwann würde ich aber gerne lernen wollen, wie ich meine eigenen Farben aus natürlichen Zutaten zusammenrühren kann.
 .
My “mud wall” is a big piece of cardboard, which my husband found discarded at the university. I painted it brown and then added off-white on top of it, creating a structured ground with a putty knife.
Meine “Lehmwand” besteht aus einem großen Stück Karton, das mein Mann an der Uni gefunden hat, es war einmal Untergrund einer Wandzeitung. Ich malte es zuerst Zimtbraun und goß dann cremiges Weiß darüber. Ich strukturierte die Farbe mit einem Spachtel.
.
Then I draw the actual picture with a pencil on top of it and started filling the spaces with color. 
Dann zeichnete ich das eigentliche Bild mit dem Bleistift auf und begann die Flächen auszumalen. 
 .
Finally I painted all black patterns using 18/0 Brushes - which took the longest time. 
Letzlich malte ich sämtliche schwarzen Muster mit Pinseln der Stärke 18/0 - das dauerte die längste Zeit. 
 .
.
After I was finished I put the painting behind the fridge, with many intentions of leaving it there forever. But some friends told us, how to re-hang the pictures in our living room and find the space for 'the women'… and since then they are in the spotlight. This is probably good as well :) 
Nachdem ich das Bild beendet hatte, stellte ich es hinter den Kühlschrank mit dem guten Vorsatz es dort zu lassen. Doch Freunde erklärten uns, wie wir die anderen Bilder im Wohnzimmer umhängen könnten, um Platz für das Frauenbild zu finden ... und seitdem hängt es an der Wand. Das ist wahrscheinlich genauso gut :) 

2 comments:

  1. Wow, das Bild ist so toll geworden!
    GLG,
    Sue

    ReplyDelete
    Replies
    1. Danke schön. Ich habe diesmal zuviel geschrieben, aber ich wollte erklären, warum das Bild so ist, wie es ist :)LG aus dem Schnee, Thea

      Delete

Thank you for taking the time to write a comment.

LinkWithin

Related Posts with Thumbnails